Sarah Engels tritt am Dienstagabend im ersten ESC-Halbfinale in Wien für Deutschland an. Micky Nauber sagte vor dem Auftritt von nino de angelo bei t-online, er drücke ihr alle Daumen.
Für die Sängerin ist der Abend mehr als ein weiterer Fernsehauftritt. Deutschland ist als eines der vier verbleibenden großen Geldgeberländer direkt für das Finale am Samstag gesetzt, doch Engels muss sich mit ihrem Popsong „Fire“ trotzdem schon jetzt in einem Feld behaupten, das in diesem Jahr 35 teilnehmende Länder umfasst. Nach Einschätzung von Nauber sind die Chancen schwer vorherzusagen. Eine konkrete Prognose wollte er nicht abgeben.
Nauber kennt Engels nicht nur aus dem Fernsehen. Er lernte sie bei einer Ausgabe des Kölner „Come Together Cup“ kennen, wo er in derselben Mannschaft wie Pietro Lombardi spielte. Engels wurde in Köln geboren und wuchs in Hürth auf. Nauber sagte, er schätze sie sehr als Musikerin und könne sich sogar vorstellen, einmal mit ihr ein Duett zu singen, ganz unabhängig vom ESC.
Der Musiker verband seine Unterstützung mit einer deutlichen Warnung vor der Härte des Wettbewerbs. Bei diesem Format werde schon mal gerne abgestraft, sagte er, und das habe nicht immer nur musikalische Gründe. Zugleich wünschte er sich weniger Häme und Missgunst gegenüber der deutschen Kandidatin. „Ich wünsche mir auch sehr, dass wir als Land alle die Daumen drücken und da weniger Häme und Missgunst unterwegs ist. Das finde ich immer ein bisschen schade“, sagte er.
Nauber ordnete den ESC mit dem Abstand eines langjährigen Beobachters ein. „Manchmal sind echt coole Beiträge dabei, manchmal ist es purer Trash. Letztlich ist es aber doch super, wenn die Menschen zusammen singen und eine gute Zeit haben“, sagte er. Auf die Frage nach einem kölschen Lied als deutschem Beitrag antwortete er mit einem Satz, der in Köln sofort verstanden wird: „Bevor dies geschieht, gewinnt der Effzeh dreimal die Champions League.“
Hinter der Unterstützung für Engels steht auch die Erfahrung, dass Deutschland beim ESC in den vergangenen Jahren oft nicht geschont wurde. Gerade deshalb dürfte der Auftritt am Dienstagabend über den musikalischen Moment hinaus Gewicht haben. Für Engels beginnt damit in Wien ein Abend, der ihr in Deutschland viel Kritik eingebracht hat und zugleich die Gelegenheit bietet, die Debatte mit einem starken Auftritt zu drehen. Naubers Botschaft ist klar: Weniger Spott, mehr Rückhalt.
