Ignacio Buse hat am Freitag das Finale des ATP-Turniers in Hamburg erreicht und damit peruanische Tennisgeschichte geschrieben. Der 22-Jährige besiegte Aleksandar Kovacevic im Halbfinale mit 6:1, 6:4 und spielt nun am Samstag um den Titel.
Mit dem Sieg wurde Buse zum ersten Spieler aus Peru seit 19 Jahren, der ein ATP-Finale erreicht. Zuletzt hatte Luis Horna 2007 in Viña del Mar um einen Titel gespielt und dort Nicolás Massú besiegt. Für Peru ist der Lauf in Hamburg mehr als nur ein gutes Turnier: Er beendet eine lange Lücke an der Spitze des Männer-Tennis und kommt genau in der Woche vor dem Start von Roland Garros am Sonntag.
Für Buse ist es der bisher größte Schritt seiner Karriere. Vor Hamburg stand er auf Platz 57 der Weltrangliste, nach seinen Ergebnissen in Deutschland kletterte er zwischenzeitlich auf Platz 36. Gewinnt er das Turnier, rückt er auf Rang 31 vor und würde damit sogar Horna übertreffen, dessen Karrierebestwert bei Platz 33 lag.
Sein Weg dorthin war schon in den ersten Runden bemerkenswert. In Hamburg schlug Buse nacheinander Flavio Cobolli, Jakub Mensik und Ugo Humbert, bevor er Kovacevic aus dem Turnier nahm. Vor diesem Turnier war er auf ATP-Ebene nie weiter als bis ins Halbfinale gekommen. Nun steht er vor einem Finale gegen Alex de Minaur oder Tommy Paul.
Buse wurde in Lima geboren und begann mit drei Jahren mit dem Tennis. Er gehörte einst zu den Top Ten der Juniorenwelt, trainierte in Akademien in den Vereinigten Staaten und in Spanien und sagte über seine Kindheit, er sei im Grunde mit einem Schläger in der Hand aufgewachsen. Genau das spiegelt sich in seinem Aufstieg wider: ein Spieler aus Peru, der sich im Ausland formte und jetzt auf einer großen Bühne ankommt, auf der ihm viele Beobachter schon länger ein Durchbruchsniveau zugetraut hatten.
Der Haken für Buse ist, dass der größte Sprung seiner Karriere noch nicht abgeschlossen ist. Hamburg hat ihm Sichtbarkeit, Ranglistenpunkte und ein Finale gebracht. Ob daraus auch ein Titel wird, entscheidet sich am Samstag gegen einen Gegner aus der nächsten Generation der ATP-Spitze.

