Lesen: Selbstbedienung bei Billa: Kassen gesperrt, Kunden warten weiter

Selbstbedienung bei Billa: Kassen gesperrt, Kunden warten weiter

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In einer -Filiale in Wien waren drei neue Selbstbedienungskassen mit einem Schirmständer versperrt. Die Kundschaft stand weiter in einer Reihe am Kassenband, weil es keine zweite Kassa gab.

Am Samstagvormittag wurde in derselben Filiale ein zweiter Kassier aus den Regalreihen nach vorn gerufen, als der Andrang an der Kassa anstieg. Auf die Frage, wann die Selbstbedienungskassen geöffnet werden, lautete die Antwort: Wenn viel los ist.

teilte mit, dass es keine betriebliche Vorgabe gebe, die SCO-Kassen zu sperren, und dass es sich um einen Einzelfall handle. Die Filiale sei erst kürzlich auf die neuen Kassensysteme umgestellt worden. Der Vorfall passt damit zu einem größeren Umbau im Handel, bei dem Self-Checkout-Kassen zunehmend zum Alltag werden.

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Nach Angaben des deutschen Handelsforschungsinstituts EHI stieg die Zahl der Geschäfte mit SCO-Kassen in Deutschland von 5.010 im Jahr 2023 auf 11.120 im Jahr 2025. 60 Prozent davon entfielen auf den Lebensmittelhandel, 21 Prozent auf Drogeriemärkte und acht Prozent auf Baumärkte. Gerade im Lebensmittelhandel sind die Automaten damit längst kein Randphänomen mehr, sondern fester Bestandteil der Verkaufsfläche.

Genau dort liegt aber auch der Widerspruch, den der Wien-Besuch sichtbar machte: Die Kassen sind eingebaut, aber nicht immer offen. Bei einem häufig besuchten Eurospar werden SCO-Kassen nach Angaben des Textes regelmäßig mit Einkaufskörben blockiert. sagte dazu, die Kassenautomaten sollten eigentlich immer geöffnet sein, sobald das Geschäft offen hat. Zugleich solle immer eine Bedienkasse geöffnet bleiben, damit Kund:innen Wahlfreiheit haben und bei Problemen eine Ansprechpartnerin vorhanden ist.

Die Handelsunternehmen beteuern, dass SCO-Kassen nicht zu Kündigungen führen. Sie sehen den Ausbau vielmehr als Reaktion auf den Fachkräftemangel in der Branche. Der Alltag in einzelnen Filialen zeigt jedoch, dass zwischen Anspruch und Praxis noch Luft bleibt: Wer auf Selbstbedienung setzt, braucht offenbar auch den Willen, sie im laufenden Betrieb wirklich freizugeben.

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