Für die DreiMeister Spezialitäten GmbH & Co. KG aus Werl-Westönnen hat das Amtsgericht Arnsberg am Donnerstag, 21. Mai, ein Insolvenzverfahren eröffnet. Das Unternehmen will sich zugleich in Eigenverwaltung neu aufstellen und die Produktion am Standort Werl ohne Unterbrechung fortführen.
Das Gericht bestellte den Wirtschaftsjuristen Michael Schütte aus Gütersloh zum vorläufigen Sachwalter. DreiMeister teilte mit, der relevante Antrag für das Verfahren in Eigenverwaltung sei in dieser Woche beim Amtsgericht Arnsberg gestellt worden. Die Gesellschaft sitzt an der Weststraße 47 in Werl-Westönnen.
Nach Angaben des Unternehmens soll der Geschäftsbetrieb am Produktionsstandort in Werl voll weiterlaufen. Bestellungen würden produziert und ausgeliefert, außerdem seien die Löhne und Gehälter der betroffenen Beschäftigten gesichert. Auch Rechnungen würden im Rahmen der Regeln der Eigenverwaltung weiter bezahlt, teilte das Unternehmen mit.
Der Schritt kommt für einen Hersteller, der sich selbst als traditionellen Süßwarenbetrieb aus Werl-Westönnen beschreibt, nicht aus heiterem Himmel. Schon vor dem Gerichtsbeschluss hatte es Zeichen finanzieller Belastung gegeben. In einer Betriebsversammlung wurde über die Lage und über mögliche Perspektiven gesprochen, auch Kurzarbeit war zuletzt unter Beschäftigten ein Thema.
DreiMeister sagte, man habe einen Restrukturierungsprozess begonnen, um die Strukturen an aktuelle Marktanforderungen und Kundenbedürfnisse anzupassen. Das Unternehmen verwies darauf, dass es anders als viele Wettbewerber sowohl ein Eigenmarkengeschäft als auch Markengeschäft betreibe. Zu den Kunden zählen demnach Sportvereine, Fachhändler und große Lebensmittelketten.
Auf der früheren Internetseite war das Unternehmen noch mit mehr als 150 Beschäftigten beschrieben worden, die Pralinen- und Trüffelkompositionen herstellen. Später nannte DreiMeister rund 110 Beschäftigte. Nach Unternehmensangaben gibt es gute Chancen für eine Fortführung, wenn alle Mitarbeiter mitziehen. Genau daran wird sich nun messen lassen müssen, ob die Eigenverwaltung mehr wird als ein geordneter Zwischenschritt.
