Lesen: Bahn-Sperrung am Rhein: Fähren Königswinter und Nixe werden Teil des Ersatzverkehrs

Bahn-Sperrung am Rhein: Fähren Königswinter und Nixe werden Teil des Ersatzverkehrs

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Wenn die rechtsrheinische Bahntrasse zwischen Troisdorf und Wiesbaden von Juli bis Dezember voll gesperrt wird, fahren nicht nur Busse statt RE8 und RB27. Auch zwei Rheinfähren rücken in den : Die Rheinfähre Königswinter–Mehlem wird vom 10. Juli bis zum 11. Dezember Teil des Konzepts, im nördlichen Kreis Neuwied wird zudem die Fähre Nixe zwischen Erpel und Remagen eingebunden.

Für Fußgänger und Radfahrer mit gültigem VRS-Ticket ist die Fahrt mit der Fähre Königswinter während der Sperrung kostenlos. Ein zusätzliches Fahrradticket muss nach Verbandsangaben nicht gekauft werden. Motorisierte Fahrzeuge sind ausgeschlossen. Die Stadtbahnlinie 66 fährt zwischen Bonn-Ramersdorf und Clemens-August-Straße in Königswinter im Zehn-Minuten-Takt und bindet damit den Fähranleger an.

Die Idee ist mehr als ein technischer Kniff. Nahverkehrsplaner wollen den von der Sperrung betroffenen Fahrgästen eine verlässliche und zugleich flexible Möglichkeit geben, den Rhein zu überqueren. Über den Bahnhof Mehlem oder den Bahnhof Remagen sind die linksrheinischen Zugverbindungen erreichbar. Auf der rechten Rheinseite wird damit ausgerechnet eine Stelle wichtig, die im Alltag oft nur als Übergang gilt.

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nannte das Vorhaben ein „Experiment“ und sagte, man habe „ganz viel gemacht“, um „die Masse an Fahrgästen überall gut hinzukriegen“. sprach von einer „Premiere für NRW“. brachte den praktischen Nutzen der Königswinter-Überfahrt auf den Punkt: Die Einbindung der Fähre mache Sinn, weil so die linksrheinischen Zugverbindungen am Bahnhof Mehlem schnell und unkompliziert erreicht werden könnten.

Genau dort liegt auch die Spannung dieses Ersatzverkehrs. Eine Fähre ist kein Zug, kein Bus und auch kein dauerhafter Ersatz für eine gesperrte Hauptstrecke. Trotzdem wird sie in den kommenden Monaten ein Teil der Lösung sein. Bei der Nixe zeigt sich das besonders deutlich: Sie kann bis zu 99 Personen befördern, gilt vom 10. Juli bis zum 12. Dezember mit zusätzlichen Fahrkartenregelungen und ist damit ein kleines, aber wichtiges Bindeglied im Netz.

Die Nixe pendelt zwischen Erpel und Remagen. Für die Fahrt gelten neben den Tickets des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel und dem Deutschlandticket unter anderem auch Fahrkarten des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg sowie des Rheinlandtarifs. Der Bahnhof Remagen liegt vom Fähranleger nur rund 500 Meter entfernt und ist zu Fuß in etwa sechs Minuten erreichbar. Montags bis freitags fährt die Nixe zwischen 7 und 7.45 Uhr jeweils zweimal ab Erpel beziehungsweise Remagen. Ab 13.30 Uhr ab Erpel beziehungsweise 13.45 Uhr ab Remagen pendelt sie halbstündlich bis 18 Uhr.

Für die Fahrgäste ist das eine ungewöhnliche Lösung, aber keine Zufallsidee. Wenn die Bahnen auf der gesperrten Trasse monatelang ausfallen, müssen Rheinquerungen mitgedacht werden, nicht nur Abfahrtszeiten. Genau das geschieht jetzt. Wer mit einem VRS-Ticket zu Fuß oder per Rad unterwegs ist, kommt auf der Königswinterer Strecke kostenlos hinüber. Wer am linken Ufer in Remagen ankommt, erreicht den Bahnhof in wenigen Minuten. Und wer im Alltag auf RE8, RB27 oder die Linie 66 angewiesen ist, bekommt für diese Sperrung eine Route, die nicht perfekt ist, aber funktioniert.

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