Sunderland drehte sein letztes Spiel der Saison gegen Everton und gewann 3:1, nachdem die Gäste in der ersten Halbzeit durch einen abgefälschten Treffer von Merlin Rohl in Führung gegangen waren. Brian Brobbey glich kurz vor der Stundenmarke aus, Enzo Le Fee brachte Sunderland in der 80. Minute nach vorn, und Wilson Isidor machte den Sieg in der Nachspielzeit perfekt.
Für Sunderland war es das Ende einer fünf Spiele währenden Sieglos-Serie und zugleich der Sprung auf Platz neun. Mit einem Punkt Rückstand auf Brentford, das den letzten Europaplatz hielt, bleibt die Rechnung einfach: Ein Sieg gegen Chelsea im letzten Ligaspiel könnte Sunderland bei anderen passenden Ergebnissen erstmals seit 1973-74 wieder in eine große europäische Konkurrenz bringen. Brobbeys Ausgleich war dabei sein siebtes Ligator der Saison, so viele erzielte seit Fabio Borini 2012-13 kein Sunderland-Spieler mehr in seiner Debütsaison in der Premier League.
Everton dagegen verpasste auch im sechsten Spiel nacheinander einen Sieg. Die Bilanz dieser Serie steht bei drei Unentschieden und drei Niederlagen, der schwächsten Premier-League-Phase des Klubs seit einer 13-Spiele-Durstrecke zwischen Dezember 2023 und April 2024 unter Sean Dyche. Dazu kommt ein weiterer harter Befund: In ihrer ersten Saison im Hill Dickinson Stadium sammelten die Toffees weniger Punkte als im letzten Jahr an der Goodison Park.
David Moyes brachte die Lage nach dem Schlusspfiff auf den Punkt. Man sei in den vergangenen fünf Partien nicht über die Linie gekommen, sagte er. Er sprach zwar von „viel Gutem“, mahnte aber auch, dass man nicht gewinne, wenn man nicht ganz bei der Sache sei, und dass die jüngsten Resultate schlicht nicht gut genug seien. Genau darin lag der Unterschied an diesem Nachmittag: Everton traf zuerst, Sunderland blieb dran und nutzte die späten Momente mit größerer Entschlossenheit.
Regis Le Bris stellte nach dem Sieg die Grundsätze in den Mittelpunkt. Es gehe um Konstanz, Standards und darum, bereit zu sein, wettbewerbsfähig zu sein, sagte er. Man müsse das Erwartbare ebenso wie das Unerwartete managen. Sunderland, sagte der Trainer weiter, werde ehrgeiziger; jetzt sei es nur noch ein Finale, und man werde sehen. Auch an die Anhänger dachte er. Die Fans seien laut gewesen, und er erwarte sie nächste Woche noch lauter. Sie verdienten das, sagte Le Bris, weil sie immer so unterstützend seien und die Mannschaft auch in Höhen und Tiefen getragen hätten. Er hoffe, dass man das letzte Heimspiel genießen könne.
Genau dort liegt der nächste Schritt für Sunderland, wie schon vor dem Spiel in der Vorschau auf Everton Vs Sunderland: One change expected as Le Bris weighs final selection angedeutet wurde. Der Verein hat sich eine Ausgangslage erarbeitet, die plötzlich mehr ist als nur ein versöhnlicher Saisonabschluss. Jetzt entscheidet ein einziges Spiel, ob aus einem starken Endspurt mehr wird als Platz neun und eine gute Geschichte.

