Vorarlberg feierte am Samstagabend den 70. Eurovision Song Contest im Messequartier in Dornbirn mit einer zweistündigen Show vor der Live-Übertragung. ORF Vorarlberg und Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing hatten das größte ESC-Public-Viewing im Messequartier organisiert, und die Bühne gehörte nicht nur dem Wettbewerb, sondern vor allem jenen, die Vorarlberg schon früher in Europa vertreten hatten.
Den Auftakt machte das Blasmusiktrio Dreiecksbeziehung aus dem Bregenzerwald mit der live gespielten Eurovisionshymne. Danach stand Thomas Pegram auf der Bühne und sang Du bist aus seinem Auftritt 2004 in Istanbul. Er holte seine neunjährige Tochter Sia mit auf die Bühne. George Nussbaumer folgte mit Weil’s dr guat got aus dem Jahr 1996 und setzte sich außerdem ans Klavier für Heute in Jerusalem. Ina Wolf sang in ihrem ESC-Originalkleid ein paar Takte von Heute in Jerusalem. Gemeinsam brachten Wolf, Nussbaumer und Pegram anschließend No one can’t say we didn’t try auf die Bühne.
Auch Österreichs ESC-Teilnehmer Cosmo meldete sich per Videogruß nach Vorarlberg. Danach übte Tanzlehrerin Juanita Hieble mit den ORF-Vorarlberg-Moderatoren Inés Mäser und Dominic Dapré den Tanzschein auf der Bühne ein. Rund 100 Tänzer kamen für einen Flashmob zum 125-jährigen Stadtjubiläum von Dornbirn zusammen und tanzten später mit The Monroes, die nach den früheren ESC-Teilnehmern für das Publikum auftraten. Das Treffen der drei Vorarlberger ESC-Stimmen zeigte, wie stark der Wettbewerb in der Region weiterlebt: nicht als Rückblick, sondern als gemeinsamer Abend vor großem Publikum.
Die eigentliche Spannung des Abends lag weniger im Live-Broadcast selbst als in dieser Rückkehr auf dieselbe Bühne. Pegram, Nussbaumer und Wolf traten nicht als nostalgische Randfiguren auf, sondern als Menschen, die ihre Auftritte von 2004, 1996 und 1979 noch immer in die Gegenwart holen konnten. Dass sich dazu ein lokaler Flashmob, ein Geburtstagsjubiläum der Stadt und ein Public-Viewing-Abend mischten, machte Dornbirn an diesem Samstag zu einem Treffpunkt für ESC-Erinnerung mit Gegenwartswert.
Für Vorarlberg war das mehr als eine Feier des Song Contest Deutschland 2026 im erweiterten Sinn der ESC-Saison: Es war ein öffentlicher Beweis dafür, dass die alte Bindung der Region an den Wettbewerb noch trägt. Und es war ein Abend, an dem drei frühere Teilnehmer mit einem gemeinsamen Lied, einem Kinderauftritt und einem vollen Messequartier die Brücke zwischen den Jahren 1979, 1996 und 2004 noch einmal sichtbar machten.
