Lesen: Paris Hilton: Spencer Pratt will clear LA encampments and rebuild

Paris Hilton: Spencer Pratt will clear LA encampments and rebuild

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will Los Angeles nicht nur regieren. Er will es umkrempeln. Der ehemalige Reality-TV-Star und angehende Bürgermeister von Los Angeles sagte in einem Podcast-Gespräch, er würde die von Drogen geprägten Obdachlosenlager in der Innenstadt räumen, Entwickler aus aller Welt holen und mit 3-D-Druck „ein ganzes Art-deco, vibed-out affordable housing“ bauen.

„Ich werde Fahrradschläuche durch den Himmel ziehen!“, sagte Pratt vor dem Airstream-Anhänger, der dort steht, wo sein Haus nach dem Palisades-Brand im Januar des vergangenen Jahres einmal stand. Er legte noch nach: „You know, like it’s endless possibilities when you enforce a law and you get rid of the zombies.“

Die Szene ist mehr als Reality-TV-Nostalgie. Los Angeles steckt heute in einer gleichzeitigen Krise aus Brandfolgen, kaputter Infrastruktur, öffentlicher Gesundheit und einer Obdachlosigkeit, die längst nicht mehr nur Skid Row betrifft. Die Waldbrände im Januar 2025 zerstörten nach den vorliegenden Angaben mehr als 16.000 Strukturen und fraßen sich über nahezu 40.000 Acres im ganzen County. Gleichzeitig zerschlagen Schlaglöcher die Straßen der Stadt, an vielen Orten sind Straßenlaternen dunkel, weil organisierte Diebesgruppen Kupferkabel herausgerissen haben, und krankheitsübertragene Ausbrüche wie Typhus erreichen Rekordniveau.

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Auch die Zahlen zur Wohnungslosigkeit zeigen die Wucht der Lage: 45.000 Menschen leben demnach in elenden Lagern auf Gehwegen, und im gesamten County liegt die Zahl näher bei 75.000. Die Obdachlosigkeit reicht über Autobahnauffahrten, Unterführungen, Parks, die Ufer des ausgetrockneten L.A. River, die Stufen öffentlicher Bibliotheken und die Gassen hinter Häusern und Geschäften. Dort stolpern Menschen in den Verkehr, verrichten ihre Notdurft offen, schwingen Macheten, drohen Passanten und lassen Hunde an vollgestopften Einkaufswagen angebunden zurück, während sie benommen von Fentanyl auf dem Bürgersteig liegen.

Pratt setzt genau dort an, wo die politische Karte von Los Angeles besonders zersplittert ist. Pacific Palisades gehört zu Los Angeles, Malibu und Santa Monica haben eigene Verwaltungen, und Inglewood ist eine eigenständige Kommune. Inglewood ist dank seiner Mega-Sportstadien wohlhabender geworden, während das benachbarte South Central weiterhin von den Narben der Ausschreitungen von 1992 lebt, die nach dem Rodney-King-Fall folgten und die Straßen bis heute heimsuchen.

Ausgerechnet vor dieser Kulisse spricht Pratt von Technologie, Investoren und Ordnung. Seine Vision klingt nach rascher Verdichtung und großem Kapital, aber sie trifft auf eine Stadt, in der selbst grundlegende Funktionen unter Druck stehen. Die Lücke zwischen dem, was er verspricht, und dem, was Los Angeles gerade aushält, ist enorm.

Genau darin liegt der Kern seines Auftritts: Pratt redet nicht wie ein Mann, der um eine Symbolrolle wirbt, sondern wie jemand, der eine Notstandsverwaltung verkaufen will. Ob die Stadt einen früheren Reality-Star dafür ernst nimmt, ist eine andere Frage. Der drängendere Punkt ist, dass seine Worte nur deshalb überhaupt verfangen können, weil die Lage in Los Angeles schon jetzt so kaputt ist, dass selbst ein schräger Plan wie eine politische Antwort klingt.

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