Thomas Heinze beschreibt sein Familienleben als Patchwork-Modell, das seit Jahren funktioniert, weil zwei Frauen den Ton der Zusammenarbeit bestimmen. In einem „Gala“-Interview sagte der 60-Jährige, das Miteinander mit seinen Kindern, seinen beiden früheren Partnerinnen und den drei Elternteilen sei sehr gut eingespielt. „Zwei tolle Frauen, die von Anfang an ganz selbstverständlich mit den Gegebenheiten umgegangen sind. Im Mittelpunkt stand immer das Wohl der Kinder. Ich bin sehr dankbar dafür“, sagte Heinze.
Der Schauspieler, der heute als Caspar Bergmann in der ZDF-Serie „Der Alte“ zu sehen ist, wurde 2003 dreifacher Vater. Damals brachte seine frühere Partnerin Nina Kronjäger die Zwillinge Lennon und Lucille zur Welt, seine damalige Partnerin Jacky Brown den gemeinsamen Sohn Sam. Heinze betonte, die Mütter trügen den größten Anteil daran, dass die Konstellation so reibungslos laufe: „Das ist vor allem der Verdienst der Mütter“, sagte er. Dass alle Kinder und alle drei Eltern miteinander gut auskämen, sei für ihn kein Zufall, sondern Ergebnis von viel Rücksicht und klarer Prioritätensetzung.
Heinze sagte zugleich, er habe sich beruflich bewusst zurückgenommen, um „um so viel Zeit wie möglich mit meinen Kindern zu verbringen“. Er habe nicht riskieren wollen, entscheidende Momente im Leben seiner Kinder zu verpassen: „dann hätte ich ganz entscheidende Momente in ihrem Leben verpasst - und das wollte ich nicht.“ Heute empfinde er es als Vorteil, dass drei Kinder in Ausbildung auch Planungssicherheit verlangten. Der frühere 1990er-Jahre-Schwarm ordnet damit ein Familienmodell ein, das in der Öffentlichkeit oft komplizierter wirkt, als es in seinem Alltag offenbar ist.
Dass der 1990er-Jahre als Frauenheld geltende Heinze damals anders wahrgenommen wurde, spielt für ihn offenbar kaum eine Rolle. „Aber zum Glück war das bei mir nicht so. Schon zu der Zeit nicht, als ich angeblich einer war“, sagte er mit Blick auf sein altes Image. Zu seinen früheren Filmen zählen „Allein unter Frauen“, „Frauen sind was Wunderbares“ und „Das Superweib“. Heute steht für ihn nicht das Klischee im Vordergrund, sondern der Alltag mit drei Kindern, zwei Frauen und drei Elternteilen, der nach seinen Worten über Jahre stabil geblieben ist.
Auch die Reibungen in seiner Beziehung zu Jacky Brown schildert Heinze ohne Beschönigung. Streit gebe es meist über Kleinigkeiten: „Meist über Lappalien, die einem schon während des Streits entfallen sind“, sagte er. Solche Auseinandersetzungen könnten laut werden und temperamentvoll ablaufen, „auch gerne mal laut und temperamentvoll wie Sophia Loren in ihren frühen italienischen Filmen“. Am Ende stehe aber schnell wieder Ruhe ein: „Ein kurzes reinigendes Gewitter, und schon ist die Sonne wieder da.“ Für Heinze ist damit die zentrale Antwort auf seine Patchwork-Realität gegeben: Nicht Perfektion hält die Familie zusammen, sondern Verlässlichkeit, Gelassenheit und der klare Wille aller Beteiligten, dass die Kinder im Mittelpunkt bleiben.
Die ersten zwölf Staffeln von „Der Alte“ sind auf Joyn abrufbar.
