Am Mittwochnachmittag vor Christi Himmelfahrt hat sich NRW erneut in ein einziges Staugebiet verwandelt. Die WDR-Verkehrsredaktion meldete zeitweise über 700 Kilometer Stau in dem Bundesland, schon gegen 14:30 Uhr standen dort rund 260 Kilometer zu Buche.
„Der Tag vor dem Feiertagswochenende gehört traditionell zu den staureichsten des ganzen Jahres“, sagte die WDR-Verkehrsredaktion. Die Dimensionen lagen diesmal noch über den Werten vom Vorabend des 1. Mai, als in NRW nach Angaben der Redaktion in der Spitze mehr als 650 Staukilometer registriert worden waren.
Besonders schwer traf es die großen Achsen. Die A40 bei Duisburg und die A61 bei Mönchengladbach waren gesperrt, auf der A45 bei Lüdenscheid war nur eine Spur frei. Der Kölner Ring war voll, die A3 von Breitscheid nach Oberhausen war voll, die A59 rund um Duisburg war voll. Auch die Autobahnen im Ruhrgebiet waren voll. Wer auf den Nord-Süd-Routen A1, A2, A3 und A31 unterwegs war, musste mit weiter steigendem Verkehr rechnen.
Zusätzlichen Druck brachte die Lage auf der A45 zwischen Lüdenscheid-Süd und Meinerzhagen. Dort sorgte eine gesperrte Spur am Mittwochnachmittag für Staus, weil sich in Richtung Gießen an einer Brücke eine Übergangskonstruktion gelöst hatte. Nach Angaben der Autobahn GmbH soll die rechte Spur im Laufe des Freitags, 15. Mai, wieder freigegeben werden. Zwei gesperrte Autobahnen bei Duisburg und bei Mönchengladbach sorgten derweil für Umwege auf vielen Ausweichstrecken.
Gerade diese Umwege treffen den Feiertagsverkehr besonders hart. Auf den Wegen in Richtung Niederlande und auf der A44 nach Kassel dürfte es sich ebenfalls knubbeln, hieß es. Mehr Verkehr ist auf der A3 nach Arnheim, der A4 Richtung Eindhoven, der A40 Richtung Venlo und der A52 Richtung Roermond zu erwarten. Wartezeiten zwischen einer halben Stunde und Stunde an den Grenzübergängen, etwa bei Emmerich auf der A3 und bei Elmpt auf der A52, sind nach Erfahrung der Verkehrsredaktion keine Seltenheit.
Christi Himmelfahrt führt in NRW regelmäßig zu dichtem Reiseverkehr, weil viele Menschen das lange Wochenende nutzen und der Freitag oft ein beweglicher Ferientag ist. In diesem Jahr trifft das auf eine ganze Reihe von Baustellen, Sperrungen und Störungen, die den freien Fluss zusätzlich bremsen. Für Autofahrer bedeutet das nicht nur Zeitverlust, sondern auch ein deutlich höheres Risiko, zwischen den Hauptachsen und den Grenzrouten festzustecken.
Auch auf der Schiene bleibt die Reise nicht einfach. Die Bahn rechnet über Himmelfahrt mit vielen Reisenden, besonders am Mittwoch und Sonntag. Ab Freitagabend, 15. Mai 2026, um 21 Uhr bis zum 25. Mai fahren zwischen Hamm und Lippstadt keine Züge. Als Ersatz sind Busse unterwegs. Wer an diesem Wochenende Richtung Westen, Norden oder über die Grenze will, muss deshalb nicht nur die Autobahnen, sondern auch den Bahnverkehr genau im Blick behalten.
