Lesen: Außenminister Der Vereinigten Staaten in Schweden: Nato vor heikler Debatte

Außenminister Der Vereinigten Staaten in Schweden: Nato vor heikler Debatte

Veröffentlicht
2 Min. Lesezeit
Anzeige

Die Nato-Außenminister beraten am Donnerstag und Freitag in Helsingborg in Südschweden über den nächsten Gipfel — und über eine Frage, die weit über die Tagesordnung hinausgeht: Wie verlässlich bleibt die Schutzmacht USA, wenn Washington Truppen verschiebt und Planungen infrage stellt? Am Freitag wird US-Außenminister dort erwartet.

Im Raum stehen weitreichende Überlegungen der US-Regierung. Die Vereinigten Staaten wollen 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen, eine geplante Verlegung von 4.000 US-Soldaten nach Polen wurde gestoppt, und Washington könnte seinen Beitrag zu den Nato-Streitkräfteplanungen künftig reduzieren. Nato-Generalsekretär bestätigte zuletzt indirekt entsprechende Vorhaben. Mehrere europäische Staaten befürchten zugleich, dass Rubio den Druck der US-Regierung auf die Verbündeten weiter erhöhen könnte.

Dass ausgerechnet Schweden Gastgeber dieses Treffens ist, hat Gewicht. Das Land ist erst seit gut zwei Jahren Mitglied der Nato. Nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine suchte es Schutz unter dem nuklearen Schirm des Bündnisses und damit vor allem unter dem der Vereinigten Staaten. Die Gespräche in Helsingborg kommen damit in einem Moment, in dem die Europäer nicht nur Russland fürchten, sondern zunehmend auch die Unberechenbarkeit ihres wichtigsten Verbündeten.

- Advertisement -

Die Spannung in der Allianz ist nicht neu, aber sie wird schärfer. Die hatte Verbündete in den vergangenen Monaten wiederholt öffentlich attackiert. betrachtet die Nato, wie er es formuliert hat, vor allem als Geschäft. Das trifft ein Bündnis ins Mark, das auf dem Prinzip beruht, dass ein Angriff auf einen Mitgliedstaat als Angriff auf alle verstanden wird.

Genau diese kollektive Verteidigung hängt militärisch besonders von der Stärke und den Ressourcen der USA ab. Deshalb beunruhigt viele europäische Regierungen nicht nur die Möglichkeit, dass Soldaten umstationiert werden, sondern auch die Unsicherheit über mögliche Änderungen bei Truppen und Planungen. In Helsingborg geht es daher nicht nur um einen Gipfel, sondern um die Frage, wie viel strategische Verlässlichkeit die Nato noch voraussetzen kann, wenn ihr wichtigster Partner seine Rolle neu auslegt.

Anzeige
Diesen Artikel teilen