Ein Richter in Los Angeles hat das Mordverfahren gegen die Frau, die beschuldigt wird, auf das Haus von Rihanna zu schießen, abrupt gestoppt und den Fall in das staatliche System der psychiatrischen Gerichte übergeben. Die 35-jährige Ivanna Lisette Ortiz steht im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Angriff vom 8. März 2026 vor einer Anklage wegen versuchten Mordes.
Richterin Shannon K. Cooley setzte den Strafkalender aus, ordnete verpflichtende psychiatrische Gutachten an und verwies das Verfahren an das Hollywood Mental Health Court. Dieses Sondergericht entscheidet über Fragen der Verhandlungsfähigkeit, nicht über Schuld oder Unschuld. Ortiz wird vorgeworfen, mit einem AR-15-ähnlichen Gewehr auf die von Rihanna, A$ Rocky und ihren Kindern bewohnte Unterkunft gefeuert zu haben; bei einer Verurteilung droht ihr lebenslange Haft.
Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der der Fall ohnehin schon unter Hochspannung stand. Deputy Public Defender Derek Dillman erklärte, seine Mandantin sei nicht mental in der Lage, vor Gericht zu stehen. Nach kalifornischem Recht gilt ein Angeklagter als verhandlungsunfähig, wenn er das Strafverfahren nicht begreifen oder seinen Anwalt nicht vernünftig bei der Verteidigung unterstützen kann. Genau darauf richtet das Hollywood Mental Health Court seinen Blick.
Die Staatsanwaltschaft des Los Angeles County drängte dennoch auf keine mildernde Behandlung und keine zusätzlichen Verzögerungen. Staatsanwalt Alexander Bott hatte bereits zuvor gegen den Antrag der Verteidigung gekämpft, Ortiz’ Kaution zu senken. Sie liegt derzeit bei fast zwei Millionen Dollar. Bott nannte Ortiz eine extreme Gefahr für die Öffentlichkeit und sagte, ihr Verhalten sei hochgradig geplant gewesen und hätte mühelos zu einem Massaker mit mehreren Todesopfern führen können.
Damit ist der strafrechtliche Kern des Falls vorerst verschoben. Bevor ein Geschworenengericht überhaupt über die Vorwürfe entscheiden kann, muss erst geklärt werden, ob Ortiz rechtlich überhaupt verhandelt werden kann. Für die Staatsanwaltschaft bleibt der Fall ein Sicherheitsrisiko, für die Verteidigung ist er zunächst eine Frage der Gesundheit. Erst wenn diese Hürde genommen ist, kann der Prozess um den Schuss auf das Haus von Rihanna weitergehen.

